St. Laurentius
In den ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts stiftete
der Edelherr Rudolf von Steinfurt seine Besitzungen der vom hl. Norbert
gegründeten Gemeinschaft der Prämonstratenser zur Errichtung eines
Klosters in Clarholz. Es waren Gebiete zwischen Ems und Lippe sowie in der
Umgebung des südfriesischen Ortes Vollenhove. Zu dieser Stiftung gehörte
auch eine Kapelle in Clarholz, die den Namen des hl. Diakons Laurentius
trug. Dieses Patronat wurde auch auf die bald errichtete größere Pfarr-
und Klosterkirche übertragen, die als Clarholzer Gotteshaus bis heute
erhalten ist. Wie unser Kirchengebäude, so sind auch die Menschen, die zu
unserer Gemeinde gehören, dem Schutz dieses Märtyrers anvertraut.
Wer aber war der hl. Laurentius ?
Über
das Leben und Sterben unseres Pfarrpatrons ist mehr als von anderen
altchristlichen Märtyrern bekannt. Er war Diakon in der Stadt Rom. Seine
Aufgabe war es, den Glauben zu lehren und den Armen zu helfen. Zugleich
war ihm auch die Sorge für die gottesdienstlichen Geräte anvertraut.
Nachdem während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Valerian
am 7. August 258 Papst Sixtus II. getötet wurde, soll Laurentius die
Wertsachen der Kirche verkauft und den Erlös den Armen geschenkt haben.
Als nun auch der Kaiser wenig später ihre Übergabe forderte, zeigte ihm
Laurentius die Armen als die wahren „Schätze der Kirche“. Daraufhin ließ
ihn Valerian auf einem glühenden Rost zu Tode quälen.
Laurentius wurde nach seinem Martyrium auf einem der römischen Friedhöfe
vor den Mauern der Stadt beigesetzt. Über seinem Grab erhebt sich seit den
Tagen Kaiser Konstantins eine der sieben römischen Hauptkirchen: San
Lorenzo fuori le mura. Sein Festtag, der 10. August, hatte schon in der
frühen Kirche eine große Bedeutung, die noch zunahm, als an diesem Datum
im Jahre 955 der große Sieg auf dem Lechfeld bei Augsburg errungen wurde,
der das deutsche Reich vor der Eroberung durch die Ungarn bewahrte
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